Aphasie-Therapie in Solingen
Nach einem Schlaganfall fehlen plötzlich die Worte – für Betroffene und Angehörige eine große Belastung. Wir trainieren gezielt die Verständigung im Alltag – in unserer Praxis in Solingen-Ohligs, im näheren Umkreis nach Absprache auch bei Ihnen zu Hause.
Was ist eine Aphasie?
Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung. Sie entsteht durch eine Schädigung der Sprachregionen im Gehirn – meist durch einen Schlaganfall, aber auch durch eine Hirnblutung, ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Tumor oder eine Entzündung.
Betroffen sein können das Sprechen, das Verstehen, das Lesen und das Schreiben, jeweils unterschiedlich stark. Wichtig: Eine Aphasie ist keine Störung der Intelligenz. Betroffene wissen, was sie sagen wollen, finden aber die Worte nicht oder verstehen Gesagtes nur teilweise.
Typische Anzeichen
- Wörter fallen nicht ein, Sätze brechen ab
- Wörter oder Laute werden verwechselt, etwa „Tisch“ statt „Stuhl“
- Sätze werden stark verkürzt, wie im Telegrammstil
- Gespräche sind schwer zu verfolgen, besonders mit mehreren Personen
- Lesen und Schreiben fallen schwer
Aphasie, Dysarthrie oder Sprechapraxie?
Nach einem Schlaganfall treten diese Störungen oft gemeinsam auf. Eine genaue Diagnostik zeigt, woran wir arbeiten.
Aphasie
Die Sprache selbst ist betroffen: Wortfindung, Satzbau, Verstehen, Lesen und Schreiben.
Dysarthrie
Die Steuerung der Sprechmuskulatur ist gestört. Das Sprechen klingt undeutlich, verwaschen, leise oder verlangsamt – etwa nach Schlaganfall oder bei Parkinson.
Sprechapraxie
Die Planung der Sprechbewegungen ist beeinträchtigt. Typisch sind suchende Mundbewegungen und wechselnde Fehler beim selben Wort.
Nach einem Schlaganfall sind auch Schluckstörungen häufig. Mehr dazu auf der Seite Schlucktherapie.
Wie wir behandeln
Am Anfang steht eine ausführliche Diagnostik. Danach trainieren wir gezielt Wortfindung, Sprachverständnis, Lesen und Schreiben – immer mit Blick auf Ihren Alltag: telefonieren, einkaufen, Gespräche in der Familie.
Wenn das Sprechen sehr schwerfällt, erarbeiten wir zusätzlich andere Wege der Verständigung, etwa Gesten, Bilder oder Kommunikationshilfen. Angehörige beziehen wir ein und zeigen ihnen, wie Gespräche leichter gelingen.
Auch Monate oder Jahre nach einem Schlaganfall sind mit regelmäßiger Therapie noch Fortschritte möglich.
Hausbesuche
Ist der Weg in die Praxis zu beschwerlich, kommen wir mit ärztlich verordnetem Hausbesuch zu Ihnen – im näheren Umkreis unserer Praxis und nach Absprache.
Häufige Fragen zur Aphasie-Therapie
So früh wie möglich. Oft beginnt sie schon in der Klinik oder Reha und wird danach ambulant fortgesetzt. Mit einer ärztlichen Verordnung können Sie direkt bei uns weitermachen.
Ja, auch in der chronischen Phase sind Verbesserungen möglich, besonders mit regelmäßiger, intensiver Therapie. Wie viel erreichbar ist, hängt vom Einzelfall ab.
Im näheren Umkreis unserer Praxis ja, wenn die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnet hat – sprechen Sie uns vorab an. Bei Aphasie ist das oft sinnvoll, weil wir dann direkt im gewohnten Umfeld üben.
Sprechen Sie in kurzen, klaren Sätzen, lassen Sie Zeit für Antworten und stellen Sie möglichst Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen. Sprechen Sie nicht für die betroffene Person. Was im Einzelfall hilft, zeigen wir Ihnen in der Therapie.
Zum Beispiel Ihre Hausärztin, Ihr Neurologe oder die Klinik nach einem Krankenhausaufenthalt. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.
Wir sind für Sie und Ihre Angehörigen da
Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns – auch Angehörige können sich gern melden.

